Fortbildungskonzept
 
 


1. Rahmenbedingungen der Lehrerfortbildung

Die staatliche Lehrerfortbildung wird in Nordrhein-Westfalen seit 2004 im Wesentlichen durch das Schulgesetz sowie durch die Erlasse zur Fort- und Weiterbildung, Budgetierung und Schulprogrammarbeit geregelt.


1.1 Schulgesetz, Erlasse

- Lehrerinnen und Lehrer sind verpflichtet, sich zur Erhaltung und weiteren Entwicklung ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten selbst fortzubilden und an dienstlichen Fortbildungsmaßnahmen auch in der unterrichtsfreien Zeit teilzunehmen. Die Genehmigung von Fortbildung während der Unterrichtszeit setzt in der Regel voraus, dass eine Vertretung gesichert ist oder der Unterricht vorgezogen oder nachgeholt oder Unterrichtsausfall auf andere Weise vermieden wird (SchulG § 57 Abs. 3).

- Die Schulleiterin oder der Schulleiter entscheidet im Rahmen der von der Lehrerkonferenz gemäß § 68 Abs. 3 Nr. 3 beschlossenen Grundsätze über Angelegenheiten der Fortbildung und wirkt auf die Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer hin. Dazu gehört auch die Auswahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern an Fortbildungsveranstaltungen. Der Lehrerrat ist nach § 69 Abs. 2 zu beteiligen (SchulG § 59 Abs. 6).

- Die Lehrerkonferenz entscheidet über 3. Grundsätze für die Lehrerfortbildung auf Vorschlag der Schulleiterin oder des Schulleiters (SchulG § 68 Abs. 3).

- Der Lehrerrat berät die Schulleiterin oder den Schulleiter in Angelegenheiten der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemäß § 58 und vermittelt auf Wunsch in deren dienstlichen Angelegenheiten. Die Schulleiterin oder der Schulleiter ist verpflichtet, den Lehrerrat in allen Angelegenheiten der in Satz 1 genannten Personen zeitnah und umfassend zu unterrichten und anzuhören (SchulG § 69 Abs. 2).

- Zur Finanzierung der Fortbildungsaktivitäten erhalten die Schulen und Studienseminare ein Fortbildungsbudget. ... Aus dem Fortbildungsbudget sind Reise- und Materialkosten zu begleichen, die bei schulinternen Fortbildungen mit Moderatorinnen und Moderatoren der staatlichen Lehrerfortbildung entstehen. Aus diesem Budget sind auch Honorarkosten für externe Referentinnen und Referenten sowie die durch Teilnahme an schulexternen Fortbildungen entstehenden Kosten zu zahlen. Näheres wird im Folgenden geregelt:
1. Höhe des Fortbildungsbudgets: ...
2. Bereitstellung der Haushaltsmittel: ...
3. Verwendung des Fortbildungsbudgets: ...
4. Nachweis der Fortbildungsmaßnahmen: ...
(BASS 20 - 22 Nr. 50.1).

- Fortbildung, die insbesondere der Qualität schulischer Arbeit und der Weiterentwicklung der Einzelschule als System dient, ist vorrangig schulintern und arbeitsplatzbezogen auszurichten. Sie kann auch die Weiterentwicklung pädagogischer und fachlicher Kenntnisse zum Ziel haben. Über die Fortbildung werden die notwendigen Grundlagen für Selbstlern- und Selbstorganisationsprozesse in den einzelnen Schulen geschaffen. ...
Schulinterne Lehrerfortbildung findet auch in der unterrichtsfreien Zeit statt.
Schulinterne Lehrerfortbildung findet als kollegialer Arbeitsprozess im Handlungs- und Problemumfeld der jeweiligen Schule statt. ...
Schulen erstellen im Rahmen des Schulprogramms eine Fortbildungsplanung, die die Systembedürfnisse als auch die pädagogischen und fachlichen Fortbildungsnotwendigkeiten der einzelnen Lehrerinnen und Lehrer berücksichtigt. ...
Für die Schulen ist eine Konzentration auf wesentliche, die Entwicklung der Schule wie auch die Erziehungs- und Unterrichtsentwicklung der einzelnen Lehrkräfte betreffende Maßnahmen erforderlich. Vorrangig sollen folgende Fortbildungsfelder bei der Fortbildungsplanung berücksichtigt werden, wobei je nach Einbindung der Schule in regionale Strukturen Akzente gesetzt werden sollen:
- ...
- Maßnahmen zur Schul- und Unterrichtsentwicklung
- Fachfortbildung auch unter Nutzung neuer Medien
(BASS 20 - 22 Nr. 8).

- Lehrerinnen und Lehrer können außerhalb der staatlichen Lehrerfortbildung auch an Veranstaltungen weiterer Träger (öffentliche Träger, kirchliche Einrichtungen sowie Verbände, Vereine usw.) teilnehmen. Die Schulleiterin oder der Schulleiter entscheidet, ob das Angebot eines weiteren Trägers im Interesse der Lehrerfortbildung liegt und wer an dieser Lehrerfortbildung teilnimmt (BASS 20 - 23 Nr. 3).


1.2 Aufgaben der Schule

Die einzelne Schule entscheidet über ihre Fortbildungsplanung, die als Teil des Schulprogramms die Schul- und Unterrichtsentwicklung konkret entlang den Fortbildungsanliegen ausrichtet, sowie die Fachqualifikationen einzelner Lehrkräfte umfasst. Auf der Grundlage dieser Planungen organisiert die Schule entweder selbst Fortbildung, schulintern oder in Zusammenarbeit mit anderen Schulen, oder nutzt die Angebote der Kompetenzteams oder der Bezirksregierung.


2. Fortbildungsplanung an der Realschule an der St.-Michael-Straße

Jede Schule, die sich als pädagogische Institution und lernende Organisation versteht, benötigt ein stimmiges Fortbildungskonzept. Von daher ist Fortbildungsplanung keine einmalige Aufgabe, sondern ein Prozess, der fortgeschrieben und auch revidiert werden muss. Die Fortbildungsbedürfnisse werden aus dem Schulprogramm und den individuellen Fortbildungsbedürfnissen der Lehrkräfte abgeleitet. Unsere Fortbildungsplanung muss deshalb vor dem o.g. Hintergrund überlegt, abgestimmt und dokumentiert werden.


2.1 Zuständigkeiten

Fortbildungsplanung ist Aufgabe des gesamten Kollegiums. Der Schulleiter entscheidet über alle Personalangelegenheiten der Lehrkräfte, u.a. auch über die Genehmigung von Fortbildungen und Sonderurlaub (vgl. SchulG). Weiterhin gehören die Planung und Durchführung von innerschulischen Fortbildungsmaßnahmen, die Information des Kollegiums über außerschulische Angebote und die Verwaltung des Fortbildungsbudgets zu den Aufgaben des Schulleiters.


2.2 Bereiche

Lehrkräfte können an Veranstaltungen zu den folgenden Themen teilnehmen:
- Implementierung der Kernlehrpläne
- Lernstandserhebungen in der Klasse 8
- Zentrale Prüfungen in der Klasse 10

Schulinterne Fortbildung soll der Erreichung der Entwicklungsziele in den Bereichen Erziehung und Unterricht dienen. Die Entwicklungsziele orientieren sich am Schulprogramm. Fachfortbildungen greifen fachlich relevante Fragestellungen auf, z.B. neue Formen des Lehrens und Lernens, und didaktische und methodische Neuerungen der einzelnen Fächer.


2.3 Ermittlung des Fortbildungsbedarfs Zum Ende eines jeden Schuljahres (letzte Lehrerkonferenz des Schuljahres) wird der Fortbildungsbedarf des kommenden Schuljahres ermittelt. Fortbildungswünsche können die Lehrerkonferenz und die Fachkonferenzen anmelden. Die Ergebnisse der Bedarfsermittlung werden in einem Fortbildungsplan festgelegt.

Die Fortbildungswünsche der Lehrer- und Fachkonferenzen sollen folgende Angaben enthalten:
- Thema der Fortbildungsmaßnahme
- Teilnehmer/Teilnehmerinnen
- Art der Fortbildung (intern, extern)
- Beschreibung der Fortbildungsmaßnahme
- zeitlicher Umfang
- Terminvorschlag
- evtl. Kosten.

Der Fortbildungsplan wird den zuständigen Gremien zur Information und Beratung vorgelegt.


2.4 Verwendung des Fortbildungsbudgets

Seit dem Jahr 2004 stehen den Schulen Landesmittel zur Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen zur Verfügung. Die Mittelverwendung ist per Erlass geregelt (vgl. BASS 20 - 22 Nr. 50.1).
Die zur Verfügung stehenden Mittel werden vorrangig für schulinterne Fortbildungen des Kollegiums oder Teilkollegiums verwendet.
Bei einer schulinternen Fortbildung mit externen Referenten fallen Reisekosten, Honorar und evtl. Sachkosten an. Bei Fortbildungsmaßnahmen mit Moderatoren der Kompetenzteams entstehen Reise- und evtl. Sachkosten. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fallen keine Kosten an. Wenn die schulinterne Fortbildung mit Reisekosten verbunden ist, werden diese von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern getragen.
Bei schulexternen Fortbildungen entstehende Kosten (Reisekosten) können aus dem Budget finanziert werden.
Sämtliche weiteren Kosten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Veranstaltungen externer Anbieter werden nicht bezahlt.


2.5 Entscheidungen

Auf der Grundlage des Fortbildungsplans und unter Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen (Fortbildungsbudget, Terminplanung, Vertretungsaufwand) genehmigt der Schulleiter beantragte Fortbildungsmaßnahmen. Priorität haben schulinterne Fortbildungen des Kollegiums und der Fachkonferenzen, die sich an den Themen des Fortbildungsplans orientieren.


2.6 Durchführung, Evaluation, Bericht

Lehrkräfte, die an einer schulinternen Fortbildung teilgenommen haben, erhalten eine von der Schulleitung ausgestellte Teilnahmebescheinigung. Im Anschluss an die Durchführung werten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Fortbildungsveranstaltung aus. Folgende Auswertungsschwerpunkte sollen berücksichtigt werden:
- erreichte Ziele
- vermittelte Inhalte
- Methoden und Medien
- Moderatoren und Referenten
- organisatorische Fragen
- zeitlicher Ablauf
- Konsequenzen für weitere Veranstaltungen.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer externer Veranstaltungen sind verpflichtet, über die Fortbildungsmaßnahme in der Lehrer- oder Fachkonferenz zeitnah zu berichten.


2.7 Evaluation der Fortbildungsplanung

Das Fortbildungskonzept unserer Schule muss auch regelmäßig evaluiert werden. Dabei geht das darum zu überprüfen, was sich bewährt hat und was verändert werden muss.
Überprüfungsschwerpunkte könnten sein:
- Fortbildungsschwerpunkte der letzten Jahre
- Bedeutung für / Auswirkungen auf die schulische Arbeit
- Teilnahmeregelung an Fortbildungsveranstaltungen
- Veränderungsvorschläge
- Ergänzung der Fortbildungskonzeption